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Durchgekaut: Berlin

Was ist Eure liebste deutsche Stadt? Für mich ist die Antwort einfach: Berlin! Natürlich erst neben meiner Heimatstadt Herne. Berlin vereint Kultur mit Szene genau so wie Politik mit Shopping. Und natürlich gibt es in Berlin kulinarisch ordentlich was Leckeres auf Gabel und Löffel.

Deshalb zieht es mich mindestens einmal im Jahr in unsere Hauptstadt. Weil Berlin eben immer geht! Und weil ich in Berlin auch kulinarisch immer auf meine Kosten komme.

Amrit Berlin Mitte

So etwa auch im indischen Restaurant Amrit auf der Oranienburger Straße. An dieser Stelle bitte ich um Entschuldigung für die rot-gelbe Optik der Fotos. Das Amrit bietet seinen Gästen im Zelt eine indisch-bunte Atmosphäre, die ganzjährig zum quasi-draußen-sitzen taugt. Und außerdem befindet sich ja auf der Oranienburger eins der Rotlichtviertel der Hauptstadt, da passt das schon mit der Farbe.

Der Inder im Rotlichtviertel

Außer der Farbe ist aber im Amrit alles anständig. Und vor allem ist das Essen authentisch lecker. Vorweg fast obligatorisch Bhatura (Ballonbrot), Naan (diesmal in der Knoblauch-Variante) und diverse Dips. Das Bhatura war frisch und nicht halbwegs fettig wie gewohnt. Das Naan kommt im Amrit aus dem Tandoori-Ofen. Und das schmeckt man auch! Stellt Euch einfach eine indische Steinofen-Pizza vor.

Erfahrung Bewertung Kritik Naan Batura Dips Amrit Berlin Foodblog Sternestulle
Brot und Dip vorweg

Die Dips kamen zum Brot ohne extra Bestellung dazu. Grundsätzlich waren diese klassisch, aber dennoch irgendwie anders als sonst. Weil nämlich angenehm scharf und frisch. Es gab Minze, Mango und „rot-indisch mit Knoblauch“. Allesamt lecker und perfekt zu Bhatura und Naan.

Beim Inder isst man Curry, Zack! Wir wählten zwei Veggie-Varianten. Sabzi Bahar und Taj Mahal Kofte. Alles klar? Nicht? Ok … dann eben frisches Gemüse in nordindischer Currysauce und zart gebratene Kartoffelröllchen mit Cashewnüssen und Rosinen. Beide Gerichte waren mit hausgemachten Rahmkäse verfeinert, der die Würzigkeit der Currys unterstrich.

Erfahrung Bewertung Kritik Amrit indisch Tandoori Foodblog Sternestulle
Bunte indische Auswahl

Das Amrit verfügt – wie leider nicht alle indischen Restaurants – über einen Tandoori-Ofen. In diesem Lehmofen werden neben dem besagten Naan-Brot auch diverse Hauptgerichte zubereitet. So wie auch das Chicken Tikka.

Mariniertes Hähnchenfilet mit Paprika- und Zwiebelstücken und einer exotischen Gewürzmischung. Das Fleisch wird saftig gegrillt und serviert auf einer heißen Platte. Das macht ordentlich Krach und Nebel, schmeckt aber sensationell. Und mit Vorspeise reicht die Portion locker für Zwei.

Fazit: Wer in Berlin authentisch indisch Essen will, ist im Amrit gut aufgehoben. Dazu noch mit sehr zivilen Preisen. Übrigens: auch die Cocktails können sich sehen lassen.

Amrit Berlin
Oranienburger Straße 45
10117 Berlin

Currywurst und Buletten

Die Berliner*innen behauten steif und fest, dass sie die Currywurst erfunden haben. Genauer gesagt soll es die Charlottenburger Gastronomin Herta Heuwer gewesen sein, als sie 1949 ihre Currysoße über eine Bratwurst goss.

Für mich als „Mädchen“ des Ruhrgebietes völliger Unsinn. Die Currywurst kommt aus dem Pott! Punkt! Ende der Diskussion!!! Außerdem hat das auch schon Herbert Grönemeyer festgestellt.

Wer hat’s erfunden?

Die Berliner Currywurst hat mit der Ruhrgebietsversion nur wenig zu tun. Es gibt sie mit und ohne Darm, wobei sich mir die zweite Variante einfach nicht erschließen will. Dazu gibt es eine kalte, ketchupähnliche Soße. Auch das mag verstehen, wer will. Ihr merkt es: in Summe bin ich keine große Freundin der Berliner Currywurst.

Meine bessere Hälfte kann gefühlt zu jeder Tages- und Nachtzeit Currywurst essen. Also wagten wir dann doch nochmal einen Berliner Versuch. In einer kölschen Kneipe. Der Ständigen Vertretung.

Erfahrung Bewertung Kritik Ständige Vertretung Berlin Currywurst mit Kartoffelsalat Foodblog Sternestulle
Kult-Currywurst

In der Ständigen Vertretung – auch bekannt als StäV – wird die Currywurst mit Kartoffelsalat und Krautsalat serviert. Dafür ohne Darm 😉 Für uns Ruhris schon wieder eine schräge Kombination. Aber es hat sich gelohnt, unseren Horizont dahingehend zu erweitern.

Der Kartoffelsalat mit Essiggurken und Speck sehr würzig-cremig. Der Krautsalat daneben frisch-knackig. Die Currysoße tomatig und angenehm scharf. Die Wurst? Nun ja, geschmacklich einwandfrei. Die Konsistenz erinnert an Holländische Frikandeln. Nun ja, nicht meins.

Rheinische Tapas

Die StäV versteht sich als Vertretung der rheinischen Kultur in Berlin. Daher finden sich auf der Tresen-Speisekarte auch die typischen rheinischen Tapas wieder. Halve Hahn, Metthappen, Kölsche Kaviar (Flöns) und natürlich Buletten. Obwohl, heißen die in Köln nicht Frikadelle? Egal.

So eine Frikadelle oder Bulette eignet sich wunderbar als Snack zum Bier. In der StäV gibt es sogar eine Gurke und Senf dazu. So eine Bulette klingt ja zunächst mal simpel. Ist sie aber in keiner Weise. Oder wie erklärt Ihr Euch die farb- und geschmacklosen Bremsklötze, die bisweilen serviert werden?

Erfahrung Bewertung Kritik Ständige Vertretung Bulette Gurke Foodblog Sternestulle
Kölsche Bulette

Die Bulette der Ständigen Vertretung sieht nicht nur hausgemacht aus, sie schmeckt auch so! Saftig, fluffig, gut gewürzt. Geht fast nicht besser. Und bei dem Preis von 3,20 Euro gibt es auch in der Hinsicht nichts zum Meckern.

Wir sollten in den kulinarischen Tagen in Berlin noch zu einer Vergleichsbulette kommen. Garnicht weit von der StäV entfernt, in der Berliner Republik. Verirrt hatten wir uns dahin zur Live-Übertragung der Fußball-Bundesliga. Zur Halbzeit ne Frikadelle? Geht immer.

Erfahrung Bewertung Kritik Alt Berliner Republik Bulette Gurke Foodblog Sternestulle
Hochpreisige Bulette

Auch in der Berliner Republik ist diese hausgemacht, frisch und lecker. Allerdings mit 4,50 Euro für unser Verständnis zu teuer. Zumal die auf dem Teller befindliche Gurke mit 2,80 Euro zusätzlich zu Buche schlug. Happig, auch wenn die Gurke ein Original aus dem Spreewald war.

Fazit: Die Ständige Vertretung ist perfekt für kaltes Kölsch und leckere Snacks mit Spreeblick. Kulinarisch in Berlin nicht auf Sterneniveau. Dafür ist das Personal flott und freundlich und hat immer einen Spruch auf den Lippen. Wenn in der StäV Fußball gezeigt würde, gebe es für uns keinen Grund mehr, die Berliner Republik zu besuchen.

Ständige Vertretung
Schiffbauerdamm 8
10117 Berlin

www.staev.de

Pizzeria Il Ritrovo

Der Osten Berlins ist geprägt von einer studentisch alternativen Szene. Steigt man an der Warschauer Straße aus der S-Bahn ist man auch sofort drin. Aber das gerade macht den Charme Friedrichshains aus. Bisschen schrill, bisschen dreckig, aber einfach cool! Und vor allem zahlreiche spannende Restaurants. So wie das Il Ritrovo.

Wir waren schon öfter im Il Ritrovo. Eigentlich haben wir immer Pizza gegessen. Weil diese dort superdünn, knusprig und lecker aus dem Steinofen kommt. Allerdings reizte uns auch immer die kleine Tageskarte, auf der man gerne sehr authentische Gerichte findet.

Erfahrung Bewertung Kritik Pizzeria Il Ritrovo Berlin Friedrichshain Gefüllte Paprika Thunfisch Foodblog Sternestulle
Gefüllte Paprika

So entschieden wir uns dieses Mal anders. Zunächst für die gefüllten und überbackenen Paprika zur Vorspeise. Vermeintlich einfache Dinge können so gut sein! Eine Fülle aus Thunfisch und Oliven, knusprig überbacken mit Parmesan, dazu süße Paprika – soooo lecker!

Die Tageskarte offerierte uns Tagliatelle con Ragù di Maiale. Also weiße Bolognese aus Schweinehack. Weiße Bolognese? Ja, Bolo geht auch ohne Tomaten. Sogar sehr gut. Einzig die intensive Note nach Rosmarin und Lorbeer war geschmacklich anstrengend.

Erfahrung Bewertung Kritik Pizzeria Il Ritrovo Berlin Friedrichshain Tagliatelle Ragu Maiale Foodblog Sternestulle
Bolognese Bianco

Eine Pizza war noch unser ursprünglicher Plan. So viel Platz war aber im Magen nicht mehr. Deshalb habe ich heute kein Foto für Euch von der sensationellen Pizza im Il Ritrovo.

Aber ein Dessert ging dann doch noch. Eins für Zwei natürlich. Klassisches Tiramisu. Auch das hatte ich schon oft leider schlecht auf dem Teller. Im Il Ritrovo ist das Tiramisu fluffig und cremig. Nicht zu süß und wenig Alkohol (wenn überhaupt welcher im Spiel war) – so mag auch ich Dessert!

Erfahrung Bewertung Kritik Pizzeria Il Ritrovo Berlin Friedrichshain Tiramisu Foodblog Sternestulle
Heute mal Dessert

Fazit: In unserer Hauptstadt gibt es sicher viele gute italienische Restaurants. Das Il Ritrovo ist dabei außergewöhnlich (gut). Lasst Euch nicht von besetzten Häusern abhalten und genießt Dolce Vita aufm Friedrichshainer Kiez.

Il Ritrovo
Gabriel-Max-Str. 2
10245 Berlin

Berlin geht eben immer ….

Lust auf weitere kulinarische Reiseberichte? Dann hab ich was für Euch:
Durchgekaut: Mallorca
Durchgekaut: Griechenland
Durchgekaut: Wolkenstein und das Grödnertal
Durchgekaut: Welschnofen und das Eggental

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