Was soll ich sagen: Als wir auf dem Gysenberger Weihnachtsmarkt Ende 2024 erfuhren, dass schon bald in der Herner Innenstadt eine Weinbar mit guter Küche eröffnen würde, waren wir gleich Feuer und Flamme. Aber das kulinarische Leben spielt einem manchmal einfach einen Streich. Mal mussten wir eine Reservierung krankheitsbedingt stornieren, mal war das ZwoDrei ausgebucht und gelegentlich sagte uns die Karte nicht zu 100% zu. Darum dauerte es tatsächlich ein gutes Jahr, bis wir endlich die heiligen Hallen des ZwoDrei auf der Behrensstraße betraten. Übrigens leitet sich der Name des Café-Bar-Bistros von der Heimathausnummer ab 😉
Das ZwoDrei ist in den Räumlichkeiten des alten Café Wiackers beheimatet – ein Ort Herner Tradition. Mitte Februar 2025 haben es Steven Gatz und Alexander Thoma gewagt, in den modernisierten Räumlichkeiten ein kulinarisches Kleinod zu eröffnen. Was ein Glück!

Das ZwoDrei serviert – ganz im heutigen Trend – moderne und saisonale Bistroküche. Das Ganze gerne unter dem beliebten Motto „to share“. Das lassen wir uns doch nicht zweimal sagen! Das Rindercarpaccio „Caesar“ mit traumhaftem Fleisch unter cremiger Soße war ein echter Glücklichmacher. Ebenso der griechische Bauernsalat 2.0 mit aromatischen Tomaten, Gurken und Paprika, der unter einer großzügigen Haube Feta-Mousse eine mehr als glückliche Heimat finden konnte. Dazu gab es Carob-Crunch. Noch nie gehört? Ich tatsächlich auch nicht 😉
Feta Mousse und Carob-Crunch
Als ich aber das extrem knusprige Brot aus dem Mehl des Johannisbrotbaums probierte, fiel mir ein, dass ich das in der ein und anderen Taverne auf Kreta tatsächlich schon mal gegessen hatte. Was eine freudige Erinnerung an schöne Urlaubstage. Übrigens gibt es im ZwoDrei auch immer einen kleinen Gruß aus der Küche – stets angelehnt an die tagesaktuelle Mittagskarte. Ich finde ja, den Krautsalat mit Roter Bete könnte man gerne dauerhaft ins Programm aufnehmen.

Das ZwoDrei hat auf der Karte eine bunte Mischung aus Klassikern (Wiener Schnitzel), vegetarischen Gerichten (Dreierlei vom Blumenkohl) oder auch modernen veganen Gerichten (Auberginen-Linsen-Ragout) zu bieten. Da dürfen natürlich auch kulinarische Trends wie ein Tuna-Tataki nicht fehlen. Perfekt gegarter Thunfisch trifft auf knackig, süß-scharfen asiatischen Gurkensalat, dass kann man sicher als geschmacklichenVolltreffer bezeichnen.

Und dann war da noch das Golden Coin vom Kalb, im Winter und Frühjahr ein Dauerbrenner im ZwoDrei. Das Golden Coin ist ein fast in Vergessenheit geratenes Stück der Schweinschulter, dass sich perfekt zum Schmoren eignet. Dazu gab es leckeren Kartoffelstampf, ein richtig gutes Spitzkohl-Gemüse und Jus, der begeisterte. Soulfood in Perfektion mitten im Herne!

Ach und dann war da ja auch noch das Dessert. Eins ist klar, wenn im ZwoDrei der San Sebastian Cheesecake auf der Karte steht, dann MUSS man den bestellen. Ein fluffiger Traum, der so richtig glücklich macht. Wahlweise kann mal Vanillesoße, Fruchtspiegel oder/und Vanilleeis dazu ordern. Ich brauche es nicht, aber das ist Geschmackssache.

FAZIT: Das ZwoDrei ist eine echte Bereicherung in der kulinarischen Landschaft meiner Heimatstadt. Ich habe lange gebraucht, aber jetzt schaue ich definitiv öfter mal vorbei. Gerne zum Essen, aber vielleicht auch einfach mal auf einen leckeren Wein.
ZwoDrei
Behrensstraße 4
44623 Herne
www.zwodrei-herne.de