Jetzt mal ehrlich: was kommt Euch in den Sinn, wenn Ihr an Speisen in einer alteingesessenen Kneipe mitten in der Dortmunder Innenstadt denkt? Ich denke da an Salzkuchen, Frikadelle und vielleicht noch ein Schnitzel. Tja, im Zum Sauren wird man da eines Besseren belehrt. Hier wird nämlich frisch gekocht und man darf sich an Moules Frites, Gemüse-Curry oder Rumpsteak vom Wagyu-Rind erfreuen. Schnitzel und Frikadelle gibt es aber natürlich auch 🙂
Zum Sauren, ist das jetzt eine Kneipe? Oder ein Restaurant? Ich würde sagen: beides! Ganz wie man möchte, denn auch auf ein einfaches Thekenbier oder ein gutes Glas Wein ist man hier willkommen. Im Sommer gibt es einen hübschen Weingarten unter lauschigen Platanen. Und das alles zwischen Einkaufsmeile und Rathaus.

Ein Klassiker auf der Speisekarte im Zum Sauren ist das Bruschetta. Hochgelobt in diversen sozialen Medien musste das natürlich probiert werden. Und es hat sich gelohnt: Echt tolles Brot, fein geröstet und mit aromatischen Tomaten belegt – dazu ein paar Spritzer alter Balsamico (KEINE komische Creme!), fertig ist die frische Vorspeise. Habe ich in diversen italienischen Restaurants schon schlechter gegessen.

Selbstverständlich mussten wir auch ein Schnitzel probieren, zumal noch Pfifferlingszeit war. Das Fleisch war wunderbar saftig, knusprig-lecker ausgebacken und tatsächlich leicht souffliert. Dazu gönnte uns die Küche des Zum Sauren eine ordentliche Portion an frischen Pfifferlingen in einer cremig-leckeren Soße, richtig gute Bratkartoffeln und Gurkensalat wie von Omma. Ein Gedicht!

Meine Tischpartnerin entschied sich für Moules Frites, also Miesmuscheln mit Pommes. Ich hatte von dem belgischen Traditionsgericht zwar schon oft gehört, aber es noch nie probiert. Vielleicht auch, weil mir Muscheln in Sahnesoße mir bis dato irgendwie suspekt waren. Was soll ich sagen, die Teilchen waren eine Wucht und brillierten nicht nur mit Frische, sondern auch mit einer ordentlichen Portion Schärfe in der Soße. Kann man echt mal machen. Die Pommes waren jetzt nicht spektakulär, aber heiß und knusprig – was will man auch mehr.

Es sollte deftig weitergehen an diesem lauen Sommerabend im Zum Sauren. Ich bestellte mir einen weiteren Klassiker der gutbürgerlichen Küche: Brathering mit Röstkartoffeln … und Gurkensalat 🙂 Die Kartöffelchen hatte ich ja schon gelobt, jetzt geht es mit dem Hering weiter. Der kam nämlich nicht zugekauft aus dem Eimer, sondern war hausgemacht. Zu meiner großen Freude wurde der zart-saure Fisch ohne Gräten, Kopf und Schwanz als feines Filet serviert.

Ins Glas kommt im Zum Sauren natürlich ein frisches Pils vom Fass. Aber auch die Auswahl an Weinen ist für eine Ruhrgebietskneipe überraschend gut. Für mich ein Gesamtpaket, das stimmt und schmeckt!

FAZIT: Zum Sauren ist eine wunderbare Neuentdeckung in Dortmund. Gutbürgerliche Küche, saisonal, frisch und lecker gekocht. Und natürlich versprüht der Service reichlich Ruhrgebietscharme. Unbedingt mal probieren!
Mein Tipp: es gibt keine Homepage, dafür aber eine gut gepflegte Facebook-Seite. An BVB-Spieltagen gibt es manchmal andere Öffnungszeiten und eine spezielle Speisekarte. Einfach vorher mal kurz informieren.
Zum Sauren
Wißstr. 20
44137 Dortmund, Innenstadt-West
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Emma`s Bochum
Haus Hölter Castrop-Rauxel